Flape

 

 

 

Der Name wurde mit dem Grundwort “apa” (Bach, Wasser) gebildet. Apa-Namen entstanden seit etwa Christi Geburt bis ins frühe Mittelalter. Die bisher älteste schriftliche Erwähnung steht mit etlichen anderen Orten in einem Zehntlöseregister vom 25. Juli 1279.

In den frühesten Schatzungsregistern von 1536 und 1543 sind neun bzw. zehn Steuerpflichtige aufgeführt. 1757 lebten in Flape auf zehn Höfen 88 Personen, heute hat das Dorf etwa 70 Wohnhäuser mit ungefähr 250 Einwohnern.

Außer den Bauern waren früher Fuhrleute, Schneider, Schreiner und Schuster im Dorf, auch Gastwirtschaften und sogar eine Zigarrenfabrik hat es gegeben. Heute gibt es noch zwei landwirtschaftliche Betriebe, eine Schäferei, eine Champignonfarm, zwei Fischzuchtbetriebe, einen Installateur und eine Weinkellerei. Ferien auf dem Bauernhof, im Gasthaus oder in einer schönen Pension kann man in Flape leider nicht mehr machen.



Um 1850 wurde das Flapetal durch eine Kunststraße von Kirchhundem nach Hilchenbach erschlossen. Zuvor war der Ort nur durch unbefestigte Wege mit den Nachbardörfern verbunden.
1890 wurde bei der Weinkellerei C. & H. Müller eine Posthilfsstelle eingerichtet, die 1896 einen Telegraphen und schon 1900 Telefon bekam; die firmeneigene Wasserkraftanlage versorgte das Dorf bereits 1898 mit Strom.

Die erste Wasserleitung, die aber nur einen Teil des Ortes versorgte, ist 1897 verlegt worden. 1955 wurde die heutige Verbandswasserleitung gebaut, an die alle Häuser angeschlossen sind. Eine moderne Abwasserentsorgung gibt es seit 1993.

 

Geschichtliche Daten:

1606
Erste Kapelle im Dorf.
Die heutige neubarocke Kapelle wurde 1929 gebaut. Hervorzuheben ist das frühbarocke Altarretabel von 1647, das seit 1994 unter Denkmalschutz steht.

1912 bis 1939
Flape hatte eine einklassige Volksschule

1914 bis 1918
Im Ersten Weltkrieg  trauerte das Dorf um sechs Tote

1939 bis 1945
Bedingt durch den zweiten Weltkrieg waren zwanzig Tote und Vermißte zu beklagen.

Von Frühjahr 1942 bis zum 9. April 1945
gab es in Flape ein Lager für circa fünfzehn serbische Kriegsgefangene und Fremdarbeiter.

1968
wurde das alte Haupthaus mit Speicher des Hofes Müller-Sommer vom Landesmuseum für Volkskunde abgebaut. Seit Juni 1997 ist das markante Ensemble mit dem schönen Renaissancegiebel von 1623 ein Anziehungspunkt im Sauerlanddorf des Detmolder Freilichtmuseums.


 

 

 

Carl Josef Müller, Ortsheimatpfleger

 

 

Quellen:
Müller, Carl Josef: Müllers in Flape. Eine Familien- und Ortsgeschichte. Flape 1984.
Müller, Carl Josef: Die Geschichte der Kapelle St. Johannes Baptist in Flape. Flape 1996.

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