Benolpe:

 

 

Aus der Geschichte von Benolpe

 

 

 

Mit dem Kaufbrief von 1395 veräußern Johann von Hundem genannt Peepersack, Lyße, seine Ehefrau, sowie Hermann und Wilhelm, seine Brüder, den vierten Teil der Freigrafschaft Hundem an Heidennrich von Heggen und Wilhelm Vogd von Elspe. Zu den Kaufobjekten zählen Hans und Heyerman zu Benolpe, die mitsamt ihren Frauen und Kindern in die Abhängigkeit anderer Grundherren geraten.

Der Ort ist vermutlich wesentlich älter. Schon viel früher wird eine Siedlung namens Overolipe erwähnt, bei der es sich wahrscheinlich um Benolpe handelt. Es gilt auch als sicher, dass Benolpe bereits im Jahre 1400 eine Kapelle hatte. Man darf sogar annehmen, dass die erste Siedlung bereits um das Jahr 1000 bestand. Vermutlich ist das Dorf dann durch die Teilung ursprünglich freier Höfe entstanden.

Politisch gehörte Benolpe zunächst zum Herzogtum Sachsen, später kam es unter die Herrschaft der Edelherren von Bilstein, wo es bis zum Tode des letzten Bilsteiners 1368 verblieb. 80 Jahre stand das Bilsteiner Land dann unter märkisch-klevischer Herrschaft, bis es 1445 dem Kurfürsten zu Köln zufiel. Die kurkölnische Zeit dauerte bis 1802. Bis 1816 war das Bilsteiner Land dann Teil des Herzogtums Hessen-Darmstadt, danach wurde es preußisch.



Die Benolper waren zunächst freie Waldbauern. Dann gerieten sie in die Abhängigkeit der Grundherren, der Edelherren von Bilstein und des Kurfürsten von Köln. Naturalabgaben und regelmäßige Hand- und Spanndienste waren zu leisten. Da die Felder nur geringe Erträge abwarfen und die Viehzucht auf den mageren Bergheiden auch nicht lohnend war, sahen sich die Benolper Bauern schon früh nach einem anderen Verdienst um.

Sie wurden Frachtfahrer. Schon im 16. Jahrhundert rollten die Frachtkarren der Benolper Fuhrleute durch das deutsche Land. Der dadurch erzielte relative Wohlstand wurde durch Kriegs- und Notzeiten aufgezehrt. Mit dem Aufblühen der Eisenindustrie etwa um 1700 nutzte man wieder vermehrt den Wald, diesmal als Lieferant von Lohe und Holzkohle.

In den Wintermonaten wurde die Leinenweberei betrieben. Mit dem Bau der ersten Eisenbahnen und dem Einsatz von Koks in der Eisenindustrie Mitte des 19. Jahrhunderts wurde zunächst die Landwirtschaft wieder die einzige Einnahmequelle.

Dann brachte aber gerade die neu gebaute Ruhr-Sieg-Eisenbahn neue Arbeitsplätze. Die Hofolper Papierfabrik entstand, die Erzgruben blühten auf. Heute hat Benolpe keine eigenen gewerblichen Betriebe mehr. Die Landwirtschaft wird fast ausschließlich als Nebenerwerb betrieben. Dank der hohen beruflichen Qualifikation der Einwohner ist der Ort relativ wohlhagend.

 

Einige geschichtliche Daten

1000
Vermuteter Beginn der Besiedelung Benolpes.

1395
Erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes.

1400
Erste Aufzeichnung über eine Kapelle in Benolpe.

1587 und 1590
2 Benolper Frauen werden Opfer der Hexenprozesse im Amt Bilstein und nach unmenschlichen Foltern hingerichtet.

1598 und 1636
Die Pest wüetet in Benolpe. 177 Menschen fallen ihr zum Opfer.

1642
Im Dreißigjährigen Krieg werden
7 Benolper Höfe von plündernden Horden verwüstet.

1759
Benolpe muss in der Zeit des 7jährigen Krieges durchziehende französische Heer- haufen mit Proviant versorgen.

1776
Eine große Feuersbrunst zerstört 7 Benolper Häuser.

1806
Benolpe muss für die Einquartierung französischer Truppen 703 Taler und 22 Stüber zahlen.

1816
11 Monate regnet es fast täglich. Die Feldfrüchte verfaulen. Eine Hungersnot ist die Folge.

1907
Großfeuer durch Funkenflug einer Lokomotive. 4 Häuser verbrennen.

1912
Grundsteinlegung zum Bau der Kirche.

1917 bis 1918
1. Weltkrieg. 56 junge Benolper stehen an den Fronten. 12 sehen die Heimat nicht wieder.

1939 bis 1945
2. Weltkrieg. 77 Söhne des Dorfes ziehen in den Krieg, 19 fallen, 7 werden vermisst.

Weitere interessante Informationen zu Benolpe finden Sie auch unter www.benolpe.de.

Weitere Daten:
Jugendbildungsstätte Tel. 02764/7188

 

 

 

Quellen:
1395-1995 600 Jahre Dorf Benolpe”
 “Urkunde – Erste Erwähnung des Orts Benolpe im Jahr 1395”

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